Kommunale Abfallsortierung | AISORT
Anwendungsübersicht — Siedlungsabfall
MSW-Sortierung in modernen Recyclinganlagen
Die Sortierung von Siedlungsabfällen (MSW) gewinnt Wertstoffe aus gemischten Haushaltsabfällen — entweder aus getrennt gesammelten Wertstoffen (Einstrom- oder Zweistromsystem) oder aus gemischten Restabfällen ('Dirty MRF'). Die MSW-Sortierung ist technisch die anspruchsvollste Recyclinganwendung aufgrund der extremen Materialvielfalt, hohen Verschmutzungsgrade und des Vorhandenseins gefährlicher Gegenstände.
Materialeigenschaften und Sortierherausforderungen
Herausforderungen bei der MSW-Sortierung: Feuchte organische Abfälle verunreinigen trockene Wertstoffe (Papier, Karton) und mindern deren Wert; Plastiktüten und Folien wickeln sich um Sortieranlagen und verursachen Verstopfungen; gefährliche Gegenstände (Nadeln, Batterien, Gasflaschen) stellen Sicherheitsrisiken für Anlagen und Bediener dar; die Materialzusammensetzung ändert sich täglich und saisonal; und die Verwirrung der Bevölkerung darüber, was recycelbar ist, führt zu hohen Fehlwurfquoten (15-30 % in Einstromsystemen).
Empfohlene Sortiertechnologie-Kette
Sackaufreißer → Trommelsieb (Klassierung nach Korngröße) → Ballistikseparator (2D vs. 3D: Papier/Folie vs. Behälter) → Überbandmagnet (Eisenmetalle) → Wirbelstromscheider (Aluminium) → NIR-optischer Sortierer (Polymertrennung von Kunststoffbehältern: PET, HDPE, PP) → manuelle Qualitätskontrolle. Für gemischten Restabfall: zusätzliche Röntgentransmissionssortierung (XRT) zur Entfernung von Inertstoffen und organische Trennung mittels Biodrocknung vor der Sortierung.
Leistungsbenchmarks
| Kennzahl | Zielwert |
|---|---|
| Wertstoffrückgewinnung | 85-95 % der verfügbaren |
| Reinheit pro Fraktion | >95 % |
| Durchsatz | 15-50 t/h |
| Verschmutzungstoleranz | Bis zu 30 % |
Diese Benchmarks stellen die erreichbare Leistung mit moderner sensorgestützter Sortiertechnik dar, vorausgesetzt, die Anlagen sind richtig dimensioniert, gut gewartet und arbeiten mit repräsentativem Aufgabegut. Die tatsächlichen Ergebnisse hängen von der spezifischen Materialzusammensetzung, dem Durchsatz und den Betriebsbedingungen ab.